Anarchie?

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Was wir früher immer nur im Fernsehen bemerkten, spielt sich heute in europäischen Städten ab: Junge Männer aus Nordafrika spotten jeglicher Moral und widerstehen öffentlich der staatlichen Autorität. Sie sind in erschreckendem Maße gewaltbereit. In den Straßenkämpfen im Nahen Osten und in nordafrikanischen Städten haben sie Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Sie wissen, dass man erfolgreich gegen die Polizei agieren kann, wenn man genügend brutal auftritt und niemanden fürchtet. In ihren Heimatländern wurden sie von den damaligen Staatsorganen, solange sie ihre Macht ausüben konnten, brutal niedergemacht. In Europa gelten die Menschenrechte.

Auf Reisen durch Nordafrika sah man immer mehr junge Männer, die sich äußerlich wie die Taliban Afghanistans gaben: Schmallippig, blutleer, sehr streng und ernsthaft in Sachen Religion. Hier wurde dann der Arabische Frühling geboren. Im Verein damit entstand auch eine Jugend ohne Achtung vor staatlicher Autorität.

Nun ist diese Sache nicht neu. Auch in der sogenannten westlichen Welt zerfällt der Respekt vor den Mitmenschen und der staatliche Autorität. Und wir beobachten auch hier den Zerfall jeglicher Moral und Anständigkeit. Ein böses Geschwür breitet sich aus. Es heißt Anarchismus – oder sollte man dafür einen neuen Ausdruck finden? Es scheint im wesentlichen ein Zerfall des Menschen zu werden. Es entsteht ein Mensch, der sich vor niemanden verantwortlich fühlt, ein Mensch ohne Nächstenliebe und ohne Gott. Da sind die nordafrikanischen Jugendlichen, durch Revolution und Bürgerkrieg zermürbt, tief enttäuscht und völlig illusionslos geworden, keine Einzelerscheinung. Es wird ein weltweites Phänomen.

Es wird vergessen, dass Moralität unsere Lebensversicherung ist! Kein Staat der westlichen Welt kann erfolgreich gegen den Zerfall der Moral etwas unternehmen; er kann seine Bürger nicht dazu zwingen, sich anständig zu verhalten. Zu lange haben wir uns schon daran gewöhnt, die einfachsten Regeln eines guten Miteinander zu ignorieren. Zu lange schon gilt der moralische Relativismus als Tugend. Der Staat kann Terrorakte nicht verhindern, ohne die bürgerlichen Grundrechte abzuschaffen. Der Bürger ist überall in Gefahr: Auf der Straße, zu Hause und auf Reisen. Ein wenig Sicherheit wird zum Luxusgut, das sich nur die reichen Leute leisten können.

Durch Gesetze lassen sich diese jungen Männer nicht beeindrucken. Gesetze verhindern die Gewalttätigkeit nicht, denn der „Pöbel“ sitzt im Kopf. Es ist das böse Denken, die Nichtachtung des Mitmenschen und die Verantwortungslosigkeit, die als Treibstoff dienen. Es ist nicht die Bombe, die Mitmenschen in den Tod reißt, es ist der Hass, der tötet. Es ist der Hass auf alles, wovon die jungen Leute meinen, dass es ihr Lebensglück verhindere. Es sind die prekären Menschen, die Rache nehmen für das, was ihnen vorher angetan worden ist. Es ist die Rache eines nicht gelebten Lebens. Und es könnte sein, dass die westliche Welt daran nicht ganz unschuldig ist. In diesen Fall würde man ernten, was man gesät hat. Das ist ein Gesetz, wie es die Bibel formuliert.

Es geht schon nicht mehr um die Syrer, die Marokkaner, die Taliban oder die Rebellen in allen Teilen der Welt. Es geht nur noch um Opfer und Täter, denn die Anarchie überzieht die ganze Welt. Die ganze Welt wird von Gewehrfeuer, Granaten, Sprengsätzen und Bomben „erleuchtet“. Die Welt ertrinkt im Blut. Opfer und Täter sind jederzeit austauschbar; das Opfer von heute ist der Täter von morgen. So dreht sich der tödliche Strudel von Rachsucht und Hass, und es endet erst im Untergang.

Trotz aller gegenteiligen Versicherungen der Politik: Unsere Welt kann nicht mehr zur Ruhe kommen! Wir haben den Zug verpasst! Seit fast 15 Jahren kämpft man gezielt gegen den Terror. Erfolg gab es nicht, aber eine Steigerung der Gewalt ist überall zu beobachten. Es blüht und gedeiht der blutige Wahnsinn!

Man hat es abgelehnt, auf die Stimme der göttlichen Weisheit zu hören. In der Bibel liest man dazu:

„Die wahre Weisheit ruft auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. Sie lässt ihre Stimme erschallen und hält an den Toren der lärmenden Stadt ihre Reden: „Wie lange wollt ihr noch spotten und Dummheit lieben? Kehrt um mit meiner Belehrung, dann will ich euch meinen Geist geben und euch meine Worte bekannt geben. Aber ich habe gerufen, und niemand hört zu, um meinen Rat anzunehmen. Ich habe meine Hand ausgestreckt, aber niemand nimmt sie.
Deswegen sage ich euch: Ich werde spotten, wenn das über euch kommt, was ihr fürchtet, ich werde spotten, wenn das kommt, was euch erschreckt, wenn Unheil und schwere Zeiten über euch kommen wie ein Unwetter. Dann werdet ihr mich suchen, aber ich werde nicht da sein, … denn die Bosheit der Bösen und ihre Sorglosigkeit wird sie vernichten! Sie werden sich mit den eigenen Ratschlägen sättigen bis zum Überdruss.“ (Buch der Sprüche, Kapitel 1)

Muss man dazu noch etwas sagen?

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Syrien kommt näher

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Nachdem der Terror in europäische Städte eingedrungen ist und Ausnahmezustände die Bürger tagelang an die tödliche Unsicherheit gemahnen, ist auch die stete Bedrohung durch den radikalen Islam in das Bewusstsein der Menschen eingebrochen. In aller Bewusstsein hat sich der Gedanke festgesetzt, dass es keinen sicheren Ort auf der Welt gibt: Überall kann die Bombe eines Selbstmordattentäters explodieren und Dutzende mit in den Tod reißen. Es ist eine neue, bisher nie gekannte Realität, ein neuer Glaubenskrieg, der die ganze Welt umspannt. Mit den riesigen Flüchtlingsströmen kommen auch Gotteskrieger nach Europa. Und was wir in Köln, Hamburg, Stuttgart und anderen Städten zum Jahreswechsel erlebt haben, lässt Schlimmes ahnen.

Und junge Menschen aus Europa und anderen Teilen der Welt reisen in den Dschihad, in den Krieg der Kriege. Was bewegt diese Menschen dazu, sich daran zu beteiligen, ihre Mitbrüder außerhalb des Islam so zu hassen und ihnen jedes Recht auf Leben abzusprechen? Oder hassen sie nicht einmal? Es soll ja sein, dass Mädchen ihr Elternhaus verlassen und sich dem IS anschließen, und sie können nicht einmal genau sagen, warum sie das tun. Diese Mädchen fielen durch nichts auf, hatte keine entsprechende Weltanschauung, hassten niemanden, liebten wahrscheinlich auch niemanden. Die Eltern sind fassungslos und können sich nicht erklären, warum ihre Tochter plötzlich den Schleier nimmt, zum Islam konvertiert und nach Syrien reist. Und was sagt man zu den jungen Männern, die dasselbe tun?

Was ihnen wahrscheinlich allen gemeinsam ist, ist die Perspektivlosigkeit. Aufgewachsen im Konsumüberfluss, zwischen Barbipuppen und Krieg der Sterne, ohne Ideale und ohne wirkliche moralische Grenzen, sind sie eben nur Kinder ihrer Zeit, die in einem Klima moralischer Beliebigkeit groß geworden sind. Und es scheint, dass ihnen das zuwenig ist! Denn die Sehnsucht des Menschen nach Bindung in einer gesunden Gemeinschaft, nach wirklichen Zielen, nach Nähe zum Mitmenschen und einem sinnvollen Leben lässt sich nicht durch Hochglanzkonsum ersetzen. Wenn auch viele junge Menschen sich durch das Leben in einer Konsumgesellschaft blenden lassen, gibt es doch auch viele, die etwas anderes wollen, als Scheinsicherheit und Scheinfreiheit. Sobald sie die täglichen Nachrichten verstehen, sehen sie auch die Verlogenheit unserer Welt.

Und dann kommt ein “Messias” daher, der die geheimen Sehnsüchte junger Menschen kennt. Und er bedient diese Sehnsucht mit glatten Worten, einfachen, handlichen Formeln und halben Wahrheiten. Immer wieder behaupten “messianische” Verführer, dass sie die Wahrheit besitzen. Im Falle des Islam ist es dann der Koran, der oft an Stellen rührt, die tief im Menschen sitzen und nicht immer die edelsten sind. Ja, es werden niedere Instinkte wachgerüttelt, wenn ein Hassprediger spricht. Da wird die Rachsucht aufgepeitscht, da wird das faule Christentum gegeißelt und die moderne Welt als Ursache allen Übels hingestellt. Diese Prediger verheißen das reine Glück in der Nachfolge Mohammeds und stellen apodiktisch jeden anderen Lebensentwurf als falsch hin. Es ist eine kleine, einfache Welt, in der der Einzelne noch Geltung besitzt, eine Welt der Brüderlichkeit, der Miteinanders und der reinen Gottgläubigkeit. Dass es so eine Welt nie gegeben hat, stört die Zuhörer nicht. Dem Hassprediger leuchtet dann eine Opferbereitschaft entgegen, die jeder Messias erwarten darf, der nur irgendwie die Klaviatur der jugendlichen Gefühle und Sehnsüchte zu bedienen weiß. Klare Logik, Lebenserfahrung, das Gewissen und die Menschlichkeit bleiben ausgespart. Hier geht es zurück ins mystisch-archaische Zwielicht, hier geht es ins Dunkel der menschlichen Seele, hier geht man ins Nichts, und kaum jemand bemerkt es. Es ist satanische Verführung, die auf animalische Sexualität zielt.

Ja, sie setzt auf die Verbindung zwischen Sexualität und Gewalt. Junge Männer und Frauen wollen sexuelle Erfüllung, nachdem sie vielleicht durch wahllose und beziehungslose Promiskuität leer gebrannt sind, oder einfach nur ihren Tagträumen hinterher gelaufen sind. Junge Männer können im Dschihad viele Frauen “haben”, sie können als wilde Krieger Allahs zu “Helden” werden und dürfen deshalb schon auf die “Ehre” rechnen, die ihnen viel Sex gestattet, und das sogar nach ihrem Heldentod im Paradies Mohammeds. In das Frauenbild des Korans passt der Krieger, der aus der Schlacht heimkehrt und wann immer er will, “seinen Acker bestellt” – so beschreibt der Koran den Geschlechtsakt. Dass die Frau als Mensch dabei nur eine Nebenrolle spielt, stört den “Krieger” nicht. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob es seine Frau ist, oder eine Kriegsgefangene. Im letzteren Fall um so besser: Hier können sich seine Grausamkeit und sein Machtrausch hemmungslos austoben. Was ein junger Mann hier in Syrien erleben kann, ist vielleicht auch nur das, was er bereits in seinen Fantasien beim Anhören von “Gangsta-Rap” gesehen hat.

Und die jungen Frauen? Auch sie haben Sehnsüchte, auch sie möchten in den Armen eines schönen, starken Kriegers sein und nicht so sehr bei einem blassen Karrierejüngling landen. Ich sagte es schon: Es sind archaische Bilder, die vom IS bedient werden. Aber sie sind wirkungsvoll, weil sie auf ein moralisches Vakuum treffen. Sie sind wirksam, weil sie ein lustvolles Leben vorgaukeln. Und dass dies zutrifft, beweisen die Interviews enttäuschter junger Menschen.

Und die Propaganda bespielt noch ein anderes Gebiet: Es geht um die ewige Sehnsucht des Menschen nach dem Göttlichen. Wer sich dem Islam anschließt, wird in eine festgefügte Gemeinschaft aufgenommen, in der es kein Vielleicht, sondern nur noch Gewissheiten gibt. Jetzt darf man sich endlich als ein von Allah anerkannter Mensch sehen. Das ist etwas entschieden anderes, als die Seichtheit der christlichen Lehren, wie sie von den Kirchen verbreitet werden. Gerade die fehlende Glaubensgewissheit der meisten Kirchenmitglieder schreckt ja jeden ab, der wesentlich leben will. Es fehlt einfach die Verbindlichkeit! Es herrscht Relativismus, der verunsichert. Und da kommt der IS mit seinen falschen “Gewissheiten” gerade recht. Die Realität einer leeren Religiosität ist der Boden, auf dem der Aberglaube des Korans gedeihen kann. Und wir wollen nicht übersehen, dass der Gründer des Islam ein Wüstenbewohner Arabiens war, der es verstanden hat, die niedrigen Instinkte seiner ersten Nachfolger anzusprechen, zu wecken und auszunutzen. Er hatte damit großen Erfolg, und warum sollte der IS weniger Erfolg haben?